Ingmar Busch pres. NYC2004

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Tlip zur Hauptstadt

Nach dem einen Wochenende in Atlantic City hat mich auch diese WE das Reisefibel gepackt. Zusammen mit Nadine und Tom haben wil einen Touli-Tlip für 65$ (ivytours) von New Yolk über Philadelphia und Baltimole nach Washington D.C. gebucht.

Unsele schlimmste Velmutungen wurden bestätigt, als wir uns am Samstag Morgen in Chinatown getroffen haben. Hulla, ein Bus vollel Chinesen mit einem Toulr-Guide, del Englisch und Chinesisch so gut mixen konnte, dass ich wahlscheinlich noch lange davon tläumen welde. Allerdings war es manchmal auch ganz lustig, wenn man Wörter wie "velly, velly funny", "Malyland" oder "plesident" hört. Ich möchte auch keine Klischees verstärken und diskriminieren schon gar nicht, doch das ging uns nach einer Weile ganz schön auf den Keks.

Die Tour lief wie einen typische Touristen-Reise ab. Raus aus dem Bus, Bilder machen und wieder rein in Bus. Wir bekamen maximal 45 Minuten Zeit pro Attraktion, manchmal sogar weniger. Man hatte auch nicht wirklich die Wahl, was man sehen will und was nicht. Allerdings die größten Sehenswürdigkeiten angesteuert und die Organisation hat reibungslos geklappt, so dass wir ziemlich viel gesehen haben.

Los ging es mit dem Bus nach Philadelphia, wo die Fundamente der amerikanischen Demokratie gelegt wurden. Nach einem wie überall üblichen bag check (Sicherheitskontrolle wie auf'm Flughafen) sind wir an der Liberty Bell (Freiheitsglocke) vorbeigeeilt und haben schnell ein Foto von der Indepence Hall geschossen. Hier wurde die berühmte Unabhängigkeitserklärung verlesen und nebenbei die Glocke geläutet. Der Glöckner fand entweder das Ereignis so toll oder war besoffen. Jedenfalls hat er zu doll auf die Glocke gehauen, so dass sie heute leider kaputt ist. So oder so ähnlich war das wohl, Näheres zur Geschichte kann man hier nachlesen. Bei ziemlich miesem Wetter waren wir froh wieder im Bus zu sein.

Weiter ging es nach Baltimore, einer Stadt nahe Washington. Außer dem Hafen und der Innenstadt gibt es hier eigentlich nix weiter zu sehen. Bei strömenden Regen wollten wir auch nichts sehen. Schade eigentlich, denn der Hafen sah wirklich nicht schlecht aus. Nach 30 Minuten und durchnässten Klamotten waren wir froh, dass wir Richtung Washington weiterfahren konnten.

Am Nachmittag sind wir dann schon in Washington angekommen. Glücklicherweise hat sich das Wetter etwas gebessert, so dass wir wenigstens im Trockenen rumlaufen konnten. Erste Anlaufstation war das "National Air and Space Museum", in dem man wie üblich diverse Flugzeuge und Raumschiffe anschauen konnte. Interessant war die Ausstellung über den Ersten Weltkrieg oder auch ein Raum mit Originalzeugs der Gebrüder Wright.

Nach ca. 40 min Aufenthalt in diesem Museum, was eigentlich zu wenig war, ging es weiter zum Museum for National History. Da es ein Museum dieser Art auch in NY gibt, haben wir beschlossen nicht reinzugehen. Stattdessen sind wir ein paar Meter weiter zum Washington Monument gewandert. Das ist ein gemauerter Obelisk, den man neben dem Capitol oder dem Weissen Haus auch öfter im TV zu sehen bekommt.

Die berühmten Sehenswürdigkeiten von Washington sind ziemlich elegant angelegt und gut erreichbar. Den Obelisk kann man fast überall sehen, was auch daran liegt, dass kein anderes Gebäude höher sein darf. Gar nicht mal so eine schlechte Idee. Dadurch wirk die Stadt jedenfalls übersichtlich, klein und aufgeräumt.

Natürlich durfte auch nicht das Capitol fehlen. Man könnte auch sagen, Berlin meets Washington. Die typisch amerikanische Pose sollte man einfach nicht beachten.

Am Abend sind wir dann mit dem China-Bus essen gefahren, und wohin? Natürlich in ein China-Restaurant. Vorher haben wir schon im Bus 22$ bezahlt, was Dinner am Samstag und Lunch am Sonntag beinhaltete. Das Essen war jedenfalls super, Buffet mit "all you can eat" und zusätzlich eine ganze Menge leckerer Gerichte auf dem Tisch.

 

 

Nach dem Essen ging's dann ins Hotel. Entgegen aller Befürchtungen war das Hotel "Best Western Pentagon" ganz in Ordnung. Die Zimmer waren groß und sauber und die Dusche hatte sogar richtig Druck! Hurra. Allerdings wurden uns die Pay per View Filme gesperrt, so dass wir mit den anderen 100 Kanälen vorlieb nehmen mussten.

Nach einem DingDongDingDong (das waren die Lieblingsworte unseres Tourguides, mit denen er uns im Bus immer weckte) Weckruf um Sieben und einem leckeren Frühstück gegen Acht haben wir uns am Sonntag die restlichen Sehenswürdigkeiten angeschaut.

Als erstes stand das White House auf dem Programm. Eigentlich wollte ich Mr. President, meinem Namensvetter, mal winken, doch er musste ja gerade in Europa D-Day feiern und sich vom Papst  richtig was anhören. Wobei da noch die Frage wäre, warum ein Protestant eine Audienz beim Papst bekommt.


Und da Ronald Reagen gerade an diesem Wochenende gestorben ist (physisch jedenfalls, eigentlich hat er die letzten Jahre mehr dahinvegetiert, als dass er noch gelebt hat), hingen alles Fahnen auf Halbmast. Viel schlimmer war allerdings das TV Programm - eigentlich war er doch so ein toller President und der Tod so plötzlich ...

Danach sind wir zum Jefferson Memorial gefahren.


Wie alle Parkanlagen in Washington, ist auch diese recht schön angelegt. Sogar das Wetter hat diesmal mitgespielt. Ach ja, das Jefferson Memorial steht an  einem kleinen See (Tidal Basin). Nur baden würde ich dort nicht unbedingt ...


Das Roosevelt Memorial ist meiner Meinung nach eine der schönsten Anlagen. Zwischen Granitblöcken und Marmorwänden, an denen Zitate des Ex-Presidenten zu lesen sind, gab es dort überall Springbrunnnen und Wasserterassen.


 

Nur ein paar Meter weiter, die wir natürlich auch mit dem Bus gefahren sind, steht das Lincoln Memorial mit einem rechteckigen, flachen See davor (Reflection Pool). Das war genau der "Teich", in Forest Gump mit Jennyyyyyyy rumgesprungen ist.

Das ist genau eines der typischen Touri-Fotos, dass ich so gerne mag. Zwei Attraktionen (ich) auf einem Bild, die unwichtigere davon guckt ziemlich am Rand ins Bild. Aber was solls ...

 

 

 

Niegelnagelneu, gerade vor einer Woche frisch eingeweiht, ist das Word War II Memorial. Find ich an sich nicht so toll. Das war den anderen hundert Leute jedoch egal, denn es war schon ganz schön voll. Dort konnte man auch tolle Sticker kaufen, wie z.B. WWII Memorial. Voll schick!

Und noch ein Kriegsdenkmal, diesmal zu Ehren der Soldaten, die in Korea draufgegangen sind.

Man könnte fast glauben, dass die Amerikaner nur wegen den Denkmälern in den Kriegen mitmischen. Ohne das Weltkriegs-, Korea- und Vietnamdenkmal wäre es dort ganz schön leer und kaum interessant. Übrigens, dass Vietnam Denkmal liegt ziemlich versteckt. Ob das was zu bedeuten hat?

 

Ich bin mir ziemlich sicher, dass in den nächsten Jahren noch einige Denkmäler hinzukommen, z.B. das Normandie-Denkmal, das Kuwaitbefreiungsdenkmal, das Afghanistan-Denkmal. Ein Irak-Denkmal dürfte eigentlich auch nicht fehlen, ebenso wie ein Krieg-gegen-den-Terror-Denkmal.

Gegen Mittag hatte wir dann alles durch, zumindest die wichtigen Sachen. Einige Plätze hätte ich mir schon noch gern angeschaut, wie z.B. das Pentagon (sind wir nur vorbeigefahren), die Union Station (Bahnhof) oder diverse Museen. Allerdings ist das im Rahmen dieser Fahr kaum möglich gewesen.

Insgesamt war der Kurztrip jedoch lohnenswert und auch in jedem Fall zu empfehlen. Mit ca 100$ pro Weekend (inkl. Fahrt, Hotel, Essen, Tip und Sonstiges) ist man dabei!

Alle Bilder von dem Philadelphia/ Baltimore/ Washington Trip kann man sich hier anschauen.