Ingmar Busch pres. NYC2004

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Samstag

Heute habe ich mich mal wieder ertappt beim Ausschlafen. Um 1 Uhr am Mittag begann für mich der Morgen, nachdem die Nacht mal wieder sehr lange war. Am Freitag habe ich mal die Webster Hall zusammen mit ein paar Leuten ausgetestet. Vor einer Woche hatten wir kein Glück, denn wenn man kurz nach 12 am Eingang ist, muss man zahlen. Dieses Mal sind wir auf Nummer Sicher gegangen und waren um 11.30 drin.
Die Webster Hall ist eine riesige Disco-Bude mit vier verschiedenen Tanzflächen, Mainstream am Eingang, Black Music / HipHop in der 1.Etage sowie Südamerikanische Musik (wenn ich doch nur die Namen von dem Gehoppse wüsste). Der Raum war die Webster Halle an sich, dort wurde die ganze Zeit elektronische Musik gespielt, allerdings mehr die Richtung Dancemusic aus den Charts oder wie es es gern nenne, Karstadt-Techno.
Das Publikum ist ziemlich gemischt, viele Prolls, aufgemotzte Tussis und Kids. Der Abend war aber trotzdem ganz lustig, immerhin keine Eintritt. Nach 12 muss man dort übrigens 15$ und mehr bezahlen, was ich nicht machen würde.

Aber eigentlich heißt die Überschrift ja "Samstag", also muss ich auch vom Samstag berichten. Als ich dann so gegen 3 langsam fertig mit Aufstehen war, habe ich einen plötzlichen Anfall von Kultur bekommen und bin ins Guggenheim Museum gefahren. Ok, eigentlich war das geplant, mein Citypass ist wahrscheinlich nur noch bis Ende März gültig und ich hab zwei der Museen noch nicht besichtigt.


Das Guggenheim Museum ist auf jeden Fall einen Besuch wert, besonders wenn man schwarze und bunte Flächen mag. Die Architektur des Museum ist schon beeindruckend. Man läuft in einem Rundkurs nach oben bis unter das Dach. Abundzu bleibt man dann vor zwei schlampig verschweißten Rohren stehen oder versucht eine schwarze Wand zu interpretieren.


Was will uns der Maler damit sagen? Ich weiß es nicht aber jemand hat bestimmt eine Antwort darauf. Nichts gegen die Kunst, jedoch fehlt es mir an irgendeinem Organ, um diese Dinge zu begreifen. Einige von den Skulpturen sehen so aus, als wenn jemand an einem Teil rumgebastelt hat und nicht fertig geworden ist. Allerdings gibt es auch ziemlich viele interessante Sachen, wie z.B. ein total leerer Raum, der ein bißchen angestrahlt wird. Bei dem Platzmangel in Manhattan absolute Verschwendung.


Der Schriftzug hier ist schon Klasse ...


und die Farben mag ich auch sehr. Übrigens ist Fotografieren eigentlich verboten und alle paar Meter stehen ein paar "Wächter" rum. Nach meiner ersten negativen Begegnung mit einem netten Mitarbeiter des Museums ("Heeeeeeeeeyyyyyyy, it's not alloooooooooowed") habe ich meine Taktik geändert und ohne Blitzlicht fotografiert. Und eine kleine Digicam, die niemand sieht, macht sich da natürlich sehr gut.


Glücklicherweise gab's auch paar "richtige" Kunstwerke zu bestaunen. Das sieht mir hier doch nach einem van Gogh aus. Dann wurde noch eine Art Skulptur ausgestellt, die u. a. auch aus einem Zeichen aus Deutschlands negativer Vergangenheit besteht. Allerdings muss ich noch ein paar Hintergrundinfos besorgen, ohne die man ein solches ein Foto nicht auf eine Webseite stellen sollte.

Man mag mich vielleicht einen "Kunstbanausen" nennen, weil ich diese Art von Kunst nicht mag. Allerdings kann ich auch nicht sagen, welche Kunst ich eigentlich mag. Irgendwie kann ich einfach nicht begreifen, was jemand mit einem komplett schwarzen Bild bezwecken will ...
Wer sich über die aktuelle Ausstellung "singular forms - sometimes repeated " informieren will, der kann mal auf die Webseite vom Guggenheim schauen.

Nach dem Guggenheim Museum, was auf halber Höhe (89 Strasse) des Central Parks liegt, bin ich noch eine Weile durch den Selbigen gelaufen. Langsam begreife ich auch, warum ganz New York so verrückt nach dem Park ist. Der Central Park bietet einfach so viele verschiedene Möglichkeiten und unterschiedliche Facetten, man sieht Jogger, Fahrradfahrer (gemütliche und schnelle mit Rennrad), Inlineskater ... Dann läuft man ein paar Meter an, für Manhattan verhältnismäßig, großen Seen vorbei und ein paar Meter weiter befindet man sich mitten "in den Bergen" oder "im Urwald", in dem man nichts mehr von der Stadt hört. Wenn es dann wärmer wird, rennt wirklich alles dorthin, Menschen aus sämtlichen Ländern tanzen zusammen auf den Wegen, sitzen auf Bäumen oder in den Felsen.


Mein persönlicher Lieblingsplatz liegt direkt oberhalb vom Wollman Ring, einer Eisfläche. Man sitzt (oder liegt) dort auf einem Felsen, hat einen Super-Ausblick und kann die unendliche Energie der Stadt spüren.

 

Am Abend bin ich dann mal wieder ins Avalon gegangen, Gabriel & Dresden, die Newcomer des Jahres (Gewinner des DanceAwards in der Kategorie "Best Breakthrough"), haben ein paar Lieder gesungen. Natürlich haben sie nicht  gesungen, der Sound war jedenfalls schon ziemlich cool. Nach pvd im Roxy's war es sogar das Beste hier, was ich erlebt habe. Das Avalon war wieder mal bis zum Anschlag voll, auch wenn ich diesmal 15€ zahlen durfte. Aber das war es wert. Spätestens als Gabriel (das ist ja so ein Zwerg, der konnte gerade mal über das DJ-Pult gucken) Pauls "Crush" gespielt hat, sind alle ausgeflippt. In der Früh bin ich dann wieder nach Hause und ich freue mich immer wieder über das Superverkehrssystem. Ob Bus oder Subway, irgendwas fährt immer ...