Ingmar Busch pres. NYC2004

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Baseball

Um mich der amerikanischen Kultur etwas weiter anzunähern, widme ich mich heute mal dem Volkssport Nr.1 - mit dem Europäer  recht wenig anfangen können. Gemeint ist natürlich Baseball, toll, das steht ja schon in der Überschrift.

Erstmal vorneweg, wir haben heute das Baseball Spiel der New Yankees gegen die Anaheim Angels geguckt. Das Stadium sieht ganz cool aus, aber das wahrscheinlich aber nur, weil ich noch nie ein Baseball-Stadion gesehen hab. Das Gute: die Karte war mit 8.50$ relativ günstig - das Schlechte: Baseball ist voll langweilig. Schach hat dagegen mehr Bewegung.

Aber mal alles der Reihe nach, hier gibt's für die ganz nicht so regelfesten Fans eine Übersicht. Die sind auch ziemlich verständlich, d.h. ich hab sie sogar begriffen. Allerdings wurde mir das hier auch schon mehrmals erklärt. Die Yankees sind eines der Top Teams in den USA, sie haben die meiste Kohle und viele Fans. Die Leute, die nicht Fans sind, hassen die Yankees. Es ist also vergleichbar mit Bayern München in Deutschland. Große Klappe, viel Geld und meistens gewinnen sie. Oh, Bayern hat ja dieses Jahr nicht gewonnen ;) Ich hab mir am Samstag die Radioübertragung angehört, leider etwas zu spät. Als ich zur Halbzeit (nach 10am) aufgestanden bin, hatte Bremen ja schon alles erledigt. Naja, egal, die Tore kann man ja im Radio eh nicht sehen. Um das nachzuholen, hab ich mir am Abend die Sportschau angeschaut, die jeden Samstag in einem Deutschen Restaurant (Loreley) gezeigt wird. Das ist zwar etwas zeitverzögert, doch lustig ist es trotzdem. Und diesen Samstag war es noch lustiger. Aber das ist ja eigentlich nicht mein Thema ...

Wie schon gesagt, die Yankees gewinnen normalerweise. Nur diesmal nicht. Wie auch bei meinen letzten Besuchen bei den Rangers und New Jersey Nets hat auch diesmal die Gastmannschaft gewonnen. Eigentlich wurden die Yankees sogar richtig weggefegt, denn 11:2 zu verlieren ist schon relativ eindeutig.


Vor dem Spiel war schon so viel los, dass wir gar nicht rechtzeitig auf unsere Plätze gekommen sind. Auch wusste niemand, dass man dort nicht mit einem Rucksack reinmarschieren darf, was alles noch weiter verzögert hat. Es konnte mir auch niemand sagen, warum es kein Rucksack sein darf. Plastiktüten war erlaubt, auch durften Frauen mit Handtaschen rein. Die Größe der Tasche war natürlich Auslegungssache. Jedenfalls durften wir noch mal 5$ für den bag check berappen. Ach ja, check nennt sich hier das Abgeben von bestimmten Sachen, in diesem Fall des Rucksacks. Gibt aber auch z.B. coat check.

Dass Baseball langweilig ist, war mir eigentlich bekannt. Trotzdem wollte ich die Erfahrung einfach mal machen.

Hier sieht man einen der hochbezahlten Stars, den so genannten Pitcher. Er muss den Ball so werfen, dass ihn der Batter am besten nicht trifft. Diese Weisheit wurde nur sehr schlecht umgesetzt, denn die Angels haben ganz gut getroffen ...

Wenn das Spiel schon langweilig ist, muss man sich an anderen Dingen erfreuen. Zum Beispiel an einem kleinen Kampf zwischen den Zuschauern. Hat leider nicht lange gedauert, denn die Polizei war schnell zur Stelle.

Eine willkommende Abwechslung waren auch die Leute, die den Sand geharkt und gleichzeitig zu YMCA getanzt haben. Leider haben die nur einmal den Platz gefegt!

Ganz schlimm sind natürlich auch immer die Verletzungpausen. Wie kann man sich beim Baseball verletzen, könnte man sich da fragen?

Man haut sich einfach selbst den Schläger vor den Kopf. Das ist leider nicht passiert. Stattdessen ist Jorge Posada einfach mal in einen Ball reingerannt, der 60-90 mph durch die Gegend fliegt. Das tut bestimmt weh. Außer einer gebrochenen Nase ist aber nichts passiert. Ansonsten können beim Abschlag noch ziemlich fiese Verletzungen entstehen, da die Pitcher manchmal absichtlich auf der Arm bzw. Ellenbogen des Batters wirft. Bei der Härte des Balls und Geschwindigkeit des Wurfes ist der Arm ruckzuck gebrochen.

 

Nachdem der Platz gefegt wurde (7th inning scratch), durften wir noch ein tolles Lied singen. Hier der Text zum Mitsingen:

God Bless America.
Land that I love
Stand beside her, and guide her
Thru the night with a light from above.
From the mountains, to the prairies ,
To the oceans, white with foam
God bless America
My home sweet home.

Man wird es nicht glauben, doch der Mensch, der die Schuld an diesem Lied trägt heißt Irving Berlin!


I

Der Beitrag endet bei mir mit einer Packung Chips - bei einigen Leuten im Stadion endet das Spiel mit einem großen Berg Erdnuß-Schalen ...

mmh, lecker!

Jetzt fehl mir nur noch Football in meiner Sammlung amerikanischer Volksportarten. Das sollte aber auch bald erledigt sein.